Verband sieht weiter Korrekturbedarf bei Plänen zum Elterngeld

Verband sieht weiter Korrekturbedarf bei Plänen zum Elterngeld
Trotz Fortschritten bei den Plänen zur Reform des Elterngeldes hofft der Verband kinderreicher Familien Deutschland weiterhin auf Änderungen. Der vorgelegte Referentenentwurf für das Gesetz gehe an der "Lebensrealität vieler Familie" vorbei.

Mönchengladbach, Berlin (epd). Der Verband kinderreicher Familien Deutschland fordert trotz überarbeiteter Pläne zur Reform des Elterngeldes Korrekturen. Der neue Referentenentwurf weise zwar einige Fortschritte auf, entspreche aber nicht der „Lebensrealität vieler Familie“, teilte der Verband am Freitag in Mönchengladbach mit. So bleibe es zwar beim Bezug von 14 Monaten Basiselterngeld. Die „Ersatzrate“ in Höhe von 80 Prozent - also die Berechnung des Elterngeldes auf Basis des Einkommens - solle aber nur noch in den ersten vier Bezugsmonaten eines Elternteils gelten. Danach sinke sie auf 50 Prozent, hieß es. Die komplette Bezugsdauer erhalte eine Familie überdies nur, wenn auch der zweite Elternteil vier volle Monate im Job aussetzt.

Gerade für Hauptverdiener in großen Familien, Selbstständige, Landwirte oder Schichtarbeiter sei die Umsetzung solcher Auflagen aber oft nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll, sagte Vorstandsmitglied Karoline Iwersen. „Die reservierten Monate verfallen dann und es entsteht wieder eine finanzielle Lücke.“

Verband: Entwurf hat vor allem Sparen im Sinn

Positiv bewertet der Verband, dass die zunächst geplante Kürzung der Bezugsdauer des Elterngeldes auf zwölf Monate nun „vom Tisch“ sei. Zudem stiegen Mindest- und Höchstbetrag erstmals seit Einführung des Elterngeldes 2007 auf 330 beziehungsweise 1.900 Euro. Auch der Geschwisterbonus solle künftig bis zum Ende des Elterngeldbezugs weitergezahlt werden, auch wenn das ältere Kind währenddessen die Altersgrenze überschritten hat. Trotz dieser Anpassungen sehe der Referentenentwurf aber weiterhin „erhebliche Einsparungen zulasten junger Familien und auch von kinderreichen Familien“ vor, erklärte die Verbandsvorsitzende Elisabeth Müller. „Das Papier verspricht Vereinfachung, tatsächlich geht es ums Sparen.“

Die neuen Pläne des Bundesfamilienministeriums für die Reform des Elterngeldes waren Ende Oktober bekannt geworden. Der neue Entwurf zum Gesetz befindet sich derzeit in der regierungsinternen Ressortabstimmung. Die Neuregelung soll im kommenden Jahr in Kraft treten.