Umweltausschuss im EU-Parlament will "Verbrenner-Aus" lockern

Umweltausschuss im EU-Parlament will "Verbrenner-Aus" lockern
Der Umweltausschuss im EU-Parlament hat dafür gestimmt, die CO2-Vorgaben für Neuwagen zu senken. Damit könnte das "Verbrenner-Aus" bis 2035 aufgeweicht werden.

Brüssel (epd). Eine Mehrheit aus Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments will die Klimavorgaben für Neuwagen lockern und damit das sogenannte „Verbrenner-Aus“ aufweichen. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Brüssel dafür, das CO2-Reduktionsziel für die Neuwagenflotte bis 2035 von 100 auf 87,5 Prozent bei Pkw und auf 80 Prozent bei leichten Nutzfahrzeugen zu senken. Die Hersteller sollen einen Teil der Emissionen durch die Anrechnung von CO2-armem Stahl aus EU-Produktion ausgleichen können.

Der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) begrüßte die Abstimmung: „Mit der heutigen Abstimmung nimmt das Aus für das Verbrennerverbot eine entscheidende parlamentarische Hürde. Wir stärken damit die europäische Automobilindustrie und sichern Hunderttausende zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

Abstimmung im Plenum folgt Mitte Dezember

Michael Bloss, Europaabgeordneter der Grünen, sieht dagegen gerade durch die Abkehr vom „Verbrenner-Aus“ Arbeitsplätze gefährdet. „Es ist längst entschieden, dass die Zukunft des Autos elektrisch ist. Offen ist nur noch, ob die Autos aus der EU oder aus China kommen“, erklärte er. Mit dem „Schlingerkurs“ werde Europa die Aufholjagd verlieren.

Das gesamte Europaparlament soll Mitte Dezember über die Vorschläge des Umweltausschusses abstimmen. Stimmt die Mehrheit zu, kann das Europaparlament anschließend mit den EU-Staaten über die neuen Regeln verhandeln.