Babyboomer: Nur 37 Prozent gehen regulär in den Ruhestand

Babyboomer: Nur 37 Prozent gehen regulär in den Ruhestand
Neue Daten bestätigen den Trend: Immer weniger Menschen gehen mit dem Erreichen ihres regulären Rentenalters mit 66 Jahren in den Ruhestand. Das Institut der deutschen Wirtschaft schlägt Alarm.

Köln (epd). Der Trend zur Frührente setzt sich einer neuen Studie zufolge fort. 2025 bezogen 1,1 Millionen Personen eine Altersrente, obwohl sie das gesetzliche Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben, wie aus einer am Mittwoch vorgestellten Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht. Nur 37 Prozent der Baby-Boomer bezogen ihre Rente erst ab dem regulären Zeitpunkt mit 66 Jahren. Mehr als die Hälfte des Jahrgangs bezog vorzeitig eine Altersrente, hieß es. Im vergangenen Jahr erreichten die 1958 geborenen Babyboomer das gesetzliche Rentenalter. Mehr als die Hälfte des Jahrgangs hat laut IW-Berechnung vorzeitig Rente in Anspruch genommen.

Den Daten nach gingen 27 Prozent nach mindestens 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge in den Ruhestand, 18 Prozent mit Abschlägen. Weitere sieben Prozent gingen aufgrund einer Schwerbehinderung vorzeitig in Rente. Sechs Prozent wechselten mit Erreichen des gesetzlichen Rentenalters vom Bezug einer vollen Erwerbsminderungsrente in die Altersrente.

IW: Druck auf den Arbeitsmarkt wächst

Das IW warnte, dass der Druck auf die Sozialsysteme und den Arbeitsmarkt wegen der vielen vorzeitigen Ruheständler wachse. „Entscheidend ist jetzt, nicht noch mehr Arbeitskräfte vorzeitig gehen zu lassen, die Deutschland dringend braucht. Ohne die Einschränkungen bei der Frührente setzt sich die jüngste wirtschaftliche Krise in den nächsten Jahren fort“, sagte IW-Arbeitsmarktexpertin Stefanie Seele.

Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung hat empfohlen, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Versicherungsjahren zu streichen und das Zugangsalter für langjährig Versicherte von 63 auf 64 Jahre anzuheben. Laut IW sinkt von Jahrgang zu Jahrgang zwischen 1954 und 1958 der Anteil derer, die ihre Altersrente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze beginnen.