Berlin (epd). Die Organisatoren des Berliner „Gen Z“-Protests wollen die Bewegung zu einer „lauten Stimme in der Gesellschaft“ ausbauen. Der Protest am Wochenende sei nur der Anfang gewesen, sagte eine der Mitorganisatorinnen des „Gen Z regelt“-Protests in Berlin, Veronika Dinter, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am 20. November wolle die Initiative mit noch mehr Menschen auf die Straße gehen. Dinter verlangte, dass die Forderungen der Bewegung von der Politik ernst genommen werden müssten, „statt sie zu verspotten und mit rassistischen Aussagen den Diskurs zu prägen“.
Nachdem es am Rande und im Nachgang der offiziellen „Gen Z regelt“-Proteste insbesondere in Frankfurt am Main zu Ausschreitungen gekommen war, sprach Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) über „linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu“, die für die Krawalle verantwortlich seien. „Gen Z regelt“ hatte sich vorab von Gewalt distanziert.
„Nicht einschüchtern lassen“
Dinter kritisierte, dass nun Bilder von Verwüstungen aus einzelnen Städten die Debatte dominierten. Zugleich verurteilte die Initiative, dass die Polizei gegen Jugendliche vorgehe, „als wären es Staatsfeinde“. Legitimen Forderungen sei mit Schlagstöcken und Pfefferspray begegnet worden: „Wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen.“
Im Rahmen der Jugendproteste gingen am Wochenende Menschen in mehr als 30 Städten auf die Straße. Die Initiative sprach von 180.000 Teilnehmenden, die Polizei von deutlich weniger. Die Initiative beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus.
Uni-Streiks werden geprüft
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) kündigte bereits an, mit jungen Menschen ins Gespräch kommen zu wollen. Dinter kritisierte Prien, die ebenfalls von einem migrantischen Milieu der Gewalttäter sprach: „Eine Ministerin, die Demokratieförderung kaputtschlägt, ist ein Problem für unsere Generation.“ Prien sollte „lieber ihre Arbeit machen und die Beteiligung von jungen Menschen in dieser Demokratie wieder sicherstellen, bevor sie mit rassistischen Aussagen die Polizeigewalt gegen Schüler relativiert. Wir fordern Taten, nicht nur Lippenbekenntnisse.“
Vor dem nächsten Aktionstag am 20. November prüft die Initiative demnach, ob es in einigen Städten Streiks an Universitäten geben könnte. Wenn der Lehrbetrieb ausgesetzt werde, könne mehr Druck ausgeübt werden, sagte Dinter, die selbst Studentin ist und Mitglied im Bundesvorstand des Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverbands.




