Hamburg (epd). Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der jungen Menschen in Deutschland sehen laut einer Umfrage ihre Anliegen im politischen Umgang mit der Klimakrise zu wenig berücksichtigt. Zugleich beschäftigt der Klimawandel 76 Prozent der 14- bis 29-Jährigen stark oder sehr stark. Dies teilte die Hilfsorganisation Plan International am Montag mit Verweis auf eine repräsentative forsa-Umfrage mit.
„Die Ergebnisse zeigen eine gefährliche Kluft: Junge Menschen setzen sich intensiv mit der Klimakrise auseinander, sehen ihre Perspektiven aber in der Politik kaum berücksichtigt“, sagte Justus Schneider, Experte für Klimagerechtigkeit bei Plan International Deutschland. „Dabei bestimmen die heutigen Entscheidungen maßgeblich ihre Zukunft.“ Die Politik müsse junge Menschen verbindlich beteiligen und nachvollziehbar machen, welchen Einfluss ihre Beiträge auf konkrete Entscheidungen haben.
Junge Menschen werden selbst aktiv
Der Umfrage zufolge richten sich die Sorgen der jungen Generation vor allem auf die konkreten Auswirkungen des Klimawandels. 54 Prozent der Befragten bezogen sich auf das Wetter allgemein, 32 Prozent gaben Ängste vor Extremwetter und Naturkatastrophen an. 35 Prozent hätten Zukunfts- und Existenzangst. Mehr als zwei Drittel der jungen Frauen und Männer informierten sich deshalb regelmäßig über das Thema Klimawandel, hieß es.
Das Meinungsforschungsinstitut forsa befragte für die von Plan International beauftragte Studie 802 Jugendliche und junge Erwachsene. Laut Plan International übernehmen viele von ihnen selbst Verantwortung. 57 Prozent der jungen Frauen und 46 Prozent der jungen Männer engagierten sich im Alltag für mehr Klimaschutz, etwa in Gesprächen mit Familie und Freundeskreis, durch Spenden oder die Teilnahme an Aktionen. Dennoch empfänden mehr als die Hälfte der Befragten Ohnmacht, weil sie ihre individuellen Anstrengungen für nicht ausreichend halten, um den Klimawandel zu verlangsamen oder zu stoppen.




