Frankfurt a.M. (epd). Die Integrationsbeauftragte Natalie Pawlik (SPD) wendet sich dagegen, die Gewalt im Zusammenhang mit den „Gen Z regelt“-Protesten am Samstag einseitig Menschen mit Migrationsgeschichte zuzuschreiben. „Täter sind zunächst Täter. Solche Gewaltausschreitungen immer gleich migrantischen Milieus zuzuschreiben, ist zu einfach“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung am Montag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Pauschale Gruppenzuschreibungen träfen auch diejenigen mit Einwanderungsgeschichte, die friedlich demonstriert haben oder bei Polizei oder Rettungsdienst im Einsatz waren.
„Wenn die Ermittlungen zeigen, dass bestimmte Gruppen besonders beteiligt waren, müssen wir darüber sprechen, was die Ursachen dafür sind, dass junge Menschen solche Gewalttaten begehen“, sagte Pawlik. Dabei dürften auch schwierige Fragen nach fehlenden Perspektiven, Ausgrenzung oder Integrationsproblemen nicht ausgeklammert werden. Entscheidend ist nach den Worten der Integrationsbeauftragten, „junge Menschen frühzeitig zu erreichen: mit gleichwertigen Bildungschancen, gezielter Jugendarbeit on- und offline, starker Demokratiebildung und klaren strafrechtlichen Konsequenzen für jede Gewalttat“.
Dobrindt sprach von „Chaoten aus dem migrantischen Milieu“
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte für Samstag zu Protesten in mehr als 30 Städten aufgerufen. Die Initiative beklagt unter anderem Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus. Überschattet wurden die Demonstrationen von anschließenden Ausschreitungen insbesondere in Frankfurt am Main. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) machte dafür am Sonntag unter anderem „Chaoten aus dem migrantischen Milieu“ verantwortlich.




