Berlin (epd). Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, hat ihrer Kirche geraten, die Ängste der jungen Generation ernst zu nehmen. Aufgabe der Kirche sei es hinzuhören, sagte Heinrich mit Blick auf die Proteste am vergangenen Wochenende am Montag in Berlin. „Anspruch von Kirche muss bleiben, dass wir Menschen Halt geben“, ergänzte sie. Die jungen Menschen, die aktuell ihren Protest auf die Straße tragen, vermissten teilweise diesen Halt. „Dahinter stecken ja ganz konkrete Zukunftsängste“, sagte sie.
Heinrich kritisierte auch eine „Skandalisierungsspirale“ vor den Demonstrationen mit dem Fokus auf Gewaltszenarien. Sie verstehe nicht, dass die jungen Menschen Angst auslösten. Sie signalisierten mit ihren Forderungen immerhin, dass sie mitgestalten und Mitverantwortung übernehmen wollten. Es sei berechtigt, mit diesen Anliegen friedlich auf die Straße zu gehen und damit die politisch Verantwortlichen herauszufordern.
Proteste am vergangenen Wochenende
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte am Samstag bundesweit protestiert. Sie beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus. Die eigentlichen Demonstrationen, die vielerorts weitgehend friedlich verliefen, wurden von Ausschreitungen überschattet, besonders heftig in Frankfurt am Main.




