Berlin (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat wirtschaftsstarke Schwellenländer aufgerufen, mehr zur internationalen Klimafinanzierung beizutragen. Deutschland stehe zum neuen Klimafinanzierungsziel, sagte Schneider am Montag in Berlin bei einem öffentlichen Briefing zur 31. Weltklimakonferenz in Antalya. „Wir werden weiterhin einen fairen Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung leisten.“ Jedoch erwarte man von den wirtschaftsstarken Schwellenländern, dass auch sie sich mit einem höheren Beitrag zur Umsetzung des Ziels solidarisch gegenüber den vulnerabelsten Ländern zeigten.
Bei der internationalen Klimafinanzierung geht es um die Unterstützung von Klimaschutz und Anpassung in Ländern des Globalen Südens. Die Staatengemeinschaft hatte sich darauf geeinigt, die Mittel bis 2035 auf 300 Milliarden Dollar pro Jahr zu steigern. Streit gibt es immer wieder um die Frage, ob weiterhin nur die Industrieländer in die Pflicht genommen werden oder auch aufstrebende Industrienationen wie China oder Öl-Förderländer wie Saudi-Arabien.
Zunehmend katastrophale Folgen der Klimakrise
Aus Deutschland wurden vergangenes Jahr insgesamt 10,8 Milliarden Euro für den Klimaschutz in Entwicklungsländern mobilisiert. Die öffentlichen Haushaltsmittel sanken dabei jedoch auf 4,7 Milliarden Euro. Wie bei anderen Gebern auch seien die öffentlichen Mittel begrenzt, sagte Schneider. Umso wichtiger sei es, deutlich mehr private Mittel zu mobilisieren.
Die 31. Weltklimakonferenz, im Fachjargon COP 31 genannt, beginnt am 9. November. Den Vorsitz des zweiwöchigen Gipfels teilen sich der Gastgeber Türkei und Australien. Derzeit stehe die Klimapolitik vor großen Herausforderungen, sagte Schneider und verwies etwa auf den Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen und geopolitische Spannungen. Zugleich steige das Risiko teils katastrophaler und irreversibler Folgen des Klimawandels. Allerdings verwies der SPD-Politiker auch auf Fortschritte, etwa beim weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien.




