Dresden (epd). Mehr Männer melden sich wegen häuslicher Gewalt in einer Schutzeinrichtung. Bundesweit wurden 2025 insgesamt 798 Anfragen gezählt, wie aus der „Nutzungsstatistik der Männerschutzeinrichtungen 2025“ hervorgeht, die am Montag in Dresden von der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz vorgestellt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr sei ein Anstieg von 6,3 Prozent verzeichnet worden. 2023 waren es noch 533 Anfragen, 2022 waren es 421.
128 Männer und damit 16 Prozent der Registrierten fanden 2025 laut dem Bericht vorübergehend Schutz in einer Einrichtung. Allerdings nahmen nicht alle der bundesweit insgesamt 15 Männerschutzeinrichtungen an der Datenerhebung teil. Die Zahl der polizeilich registrierten Opfer häuslicher Gewalt insgesamt ist von 240.547 im Jahr 2022 auf 265.942 im Jahr 2024 gestiegen. Weniger als ein Drittel der Betroffenen sind Männer.
Bundesweit derzeit 51 Männerschutzplätze
In 8 der 16 Bundesländer gibt es mittlerweile Gewaltschutzeinrichtungen, an die sich Männer wenden können, wenn sie von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Insgesamt 51 Plätze stehen zur Verfügung.
Laut der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz reicht das bestehende Hilfesystem in Deutschland nicht aus, um den Bedarf männlicher Betroffener ausreichend zu decken. Der flächendeckende Ausbau von Schutzplätzen bleibe daher eine zentrale Aufgabe, hieß es. Empfohlen wird etwa ein Platz pro 200.000 Einwohnern.




