Frankfurt a.M. (epd). Die Finanzierung von Klima-Vorhaben im Globalen Süden wird nach Einschätzung von Fachleuten aus Umwelt- und Hilfsorganisationen bei der anstehenden Weltklimakonferenz in der Türkei eine zentrale Rolle spielen. „Ein Knackpunkt, den wir durch alle Verhandlungsräume sehen, ist die Klimafinanzierung“, sagte Laura Schäfer von Germanwatch am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der Klima-Allianz Deutschland und des entwicklungspolitischen Dachverbands Venro. In diesem Bereich gebe es noch viele Fragezeichen.
Es sei bislang unklar, wie das Ziel erreicht werden solle, die Klimafinanzierung bis 2035 auf mindestens 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu steigern. „Es gibt dazu keinen Fahrplan“, sagte die Co-Bereichsleiterin für internationale Klimapolitik bei Germanwatch.
Kritik an Kürzungen deutscher Hilfsgelder
Die 31. Weltklimakonferenz, im Fachjargon COP 31 genannt, beginnt am 9. November im türkischen Antalya. Bei dem zweiwöchigen Gipfel beraten Delegierte aus fast 200 Ländern über die nächsten Schritte im Kampf gegen die Klimakrise.
Anika Schröder, Sprecherin für Klima bei Venro, kritisierte den Rückgang deutscher Klima-Hilfsgelder. „Während die Klimafolgen eskalieren, kürzen die Geberländer die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, die humanitäre Hilfe und den Klimaschutz weiter - und Deutschland ist leider mit an Bord“, sagte sie. Deutschland sei gut darin, Brücken zu bauen, aber angesichts der Einschnitte werde das zunehmend schwieriger.
Aufstockung der Mittel auf 300 Milliarden Dollar pro Jahr
Unter Klimafinanzierung fallen Gelder für Vorhaben zur Minderung von Treibhausgasen in Ländern des Globalen Südens sowie für die Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Bei der Klimakonferenz in Aserbaidschan im Jahr 2024 hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, die Mittel dafür bis 2035 auf mindestens 300 Milliarden Dollar pro Jahr zu steigern. Entwicklungsländer hatten deutlich mehr Geld gefordert. Die von Deutschland aus Haushaltsmitteln bereitgestellte Summe für die internationale Klimafinanzierung sank 2025 auf 4,7 Milliarden Euro. Damit lagen die Gelder unter der Summe von mindestens sechs Milliarden Euro, die von Vorgängerregierungen zugesagt worden war.




