Köln (epd). Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dringt nach den „GenZ regelt“-Protesten am Wochenende auf einen Bildungsgipfel. Bei Investitionen in Bildung und Schulgebäude müsse es „jetzt wirklich vorangehen“, sagte die GEW-Bundesvorsitzende Maike Finnern am Montag im „Morgenecho“ des Radiosenders WDR5. „Dazu könnte ein großer Bildungsgipfel beitragen, bei dem auch junge Menschen unbedingt gehört werden müssen.“
Finnern forderte einen Investitionsplan für den Bildungsbereich. Darin müsse festgelegt werden, wie mehr Geld und die Fachkräfte für eine gute Bildung organisiert werden können.
Zwar schaue sie zwiegespalten auf die Demonstrationen vom Wochenende, sagte Finnern. Dass die „GenZ“-Demonstrationen zum Teil abends gekapert wurden und in Gewalt ausgeartet sind, sei „dramatisch“. Zugleich verwies sie auf den großen Einsatz junger Menschen: „Letztlich muss man sagen: Wann haben wir das letzte Mal hunderttausend junge Menschen friedlich auf der Straße gehabt, die für ihre Anliegen demonstriert haben?“ Das gehe im Moment etwas unter, kritisierte die Bildungsgewerkschafterin.
Gewerkschafterin kritisiert selektives Bildungssystem und fehlendes Geld
Pisa-Untersuchungen und andere Schulstudien bescheinigten Deutschland „ein sehr selektives Bildungssystem“, das Ungerechtigkeit und Ungleichheiten vergrößere, sagte Finnern. Zudem sei das System „total unterfinanziert“. Laut dem KFW-Bildungspanel fehlten 67,8 Milliarden Euro an Investitionen alleine in Schulgebäude. Die Forderungen nach Verbesserungen seien seit Langem klar. Doch die politisch Verantwortlichen „reagieren einfach in Häppchen oder verschieben es auf die nächste Wahlperiode“.
Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte am Samstag bundesweit protestiert. Sie beklagt Missstände in der Bildung, soziale Ungerechtigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen Militarisierung aus. Überschattet wurden die Demonstrationen, die vielerorts zunächst weitgehend friedlich verliefen, insbesondere von Ausschreitungen in Frankfurt am Main.




