Neue Mitglieder aus NRW in Aufarbeitungskommission des Bundes berufen

Neue Mitglieder aus NRW in Aufarbeitungskommission des Bundes berufen
Die Aufarbeitungskommission zu sexuellem Kindesmissbrauch hört Betroffene an und analysiert Ursachen und Folgen von sexualisierter Gewalt. Drei der sieben Mitglieder des ehrenamtlichen Gremiums wurden nun neu berufen.

Berlin, Düsseldorf (epd). Die unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs bekommt drei neue Mitglieder. Die unabhängige Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus berief die Sportsoziologin Bettina Rulofs aus Köln, den Sozialpädagogen Wolfgang Schröer aus Heidelberg und die Erziehungswissenschaftlerin Karin Böllert aus Münster in das Gremium, wie ihr Büro am Montag mitteilte. Rulofs übernimmt die Aufgaben demnach bereits zum 1. November, die beiden anderen zum Jahreswechsel.

Claus würdigte die drei neuen Mitglieder als „herausragende Persönlichkeiten aus dem Themenfeld sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. Auch der bei Claus angesiedelte Betroffenenrat lobte die Berufung: „Mitglieder des Betroffenenrates kennen alle drei aus der Zusammenarbeit und schätzen ihre betroffenenorientierten Ansätze.“

Lehrende aus Köln, Hildesheim und Münster

Rulofs ist Professorin am Institut für Soziologie und Genderforschung der Deutschen Sporthochschule Köln und befasst sich den Angaben zufolge schwerpunktmäßig mit sportsoziologischer Diversitäts- und Ungleichheitsforschung sowie Gewalt und Diskriminierung im Sport. Schröer ist Professor am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim und hat Studien zur Aufarbeitung von sexueller Gewalt und Medikamentenmissbrauch in der Kinder- und Jugendhilfe mitverfasst, wie Claus' Büro weiter mitteilte. Karin Böllert, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität Münster, forscht den Angaben zufolge unter anderem zur Kinder- und Jugendhilfe und zur Sozialen Arbeit im Kontext sexualisierter Gewalt.

Aufgabe der seit gut zehn Jahren bestehenden, siebenköpfigen Aufarbeitungskommission ist es, mehr über Ausmaß, Ursachen und Folgen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen herauszufinden. Dazu hört sie insbesondere Betroffene von sexualisierter Gewalt an. Die Kommission arbeitet ehrenamtlich. Die drei neu berufenen Mitglieder folgen auf Silke Gahleitner, Matthias Katsch und Heiner Keupp, die aus der Kommission ausscheiden.