Köln (epd). Vor den angekündigten Jugendprotesten der Initiative „Gen Z regelt“ am Wochenende hat der Jugendforscher Klaus Hurrelmann die Bundesregierung und die Vertreter der etablierten Parteien zum Dialog aufgefordert. „Statt sich abzugrenzen, sollten sie das Gespräch suchen“, schreibt der Co-Autor der jährlichen Trendstudie „Jugend in Deutschland“ im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitag). Er halte es „für ausgesprochen ungeschickt“, dass auf die angekündigten Demonstrationen zunächst mit Warnungen vor Ausschreitungen und Gewalt reagiert worden sei.
Gerade bei einer „organisatorisch schwachen Initiative“ wie „Gen Z regelt“ bestehe die Gefahr, dass sie von radikalen Kräften vereinnahmt werde, räumte Hurrelmann ein. „Aber daraus darf kein Generalverdacht gegen junge Menschen entstehen, die friedlich ihre Interessen vertreten wollen.“ Die Erfahrungen mit Fridays for Future hätten gezeigt, „wie konstruktiv und wirkungsvoll Jugendproteste sein können“, so der Berliner Sozialwissenschaftler. Daher laute sein Rat an die Politik: „Redet nicht nur über die junge Generation, sondern teilt mit ihr die politische Macht. Wer der jungen Generation eine Stimme gibt, stärkt zugleich das Vertrauen in unsere Demokratie.“




