Rheda-Wiedenbrück (epd). Am Hauptsitz des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben am Donnerstagvormittag Tierschützer der Initiative „Schlachthofprozess“ protestiert. Nach Angaben der Initiative ketteten sich drei Menschen mit Bügelschlössern aneinander, um symbolisch die Hauptzufahrt des Schlachthofs zu blockieren. Die Initiative protestiert gegen die CO2-Betäubung von Schweinen und kritisiert diese als Tierquälerei.
Die Polizei sagte, einige Teilnehmer der Aktion hätten versucht, auf das Dach eines Gebäudes zu gelangen. Sie seien jedoch durch Mitarbeiter des Unternehmens daran gehindert worden. Die Versammlung habe sich am späten Vormittag selbstständig aufgelöst, erklärte die Polizei.
Initiative fordert Ende der CO2-Betäubung
Auslöser der Aktion seien kürzlich veröffentlichten Undercover-Aufnahmen aus dem zu Tönnies gehörenden Schlachthof in Kellinghusen in Schleswig-Holstein gewesen. Die Bilder dokumentieren laut Initiative das Leiden von Schweinen während der CO2-Betäubung sowie tierschutzrechtliche Verstöße.
„Hier ersticken jetzt gerade tausende Tiere im CO2-Schacht und Tönnies verdient Millionen damit“, erklärte Anna Schubert von der Initiative. „Ein Konzern darf nicht mit dieser Tierqual ungestört Geschäfte machen.“ Die neuen Aufnahmen zeigten, dass Schweine einen Todeskampf mit Atemnot, Panik und Schmerzen führten, sagte Hendrik Haßel von der Initiative.
Unternehmen spricht von „Hausfriedensbruch“
Das Untenehmen Tönnies kritisierte die Protestaktion. Das Recht zu demonstrieren, sei ein hohes Gut, dass selbstverständlich respektiert werde. „In diesem Fall sprechen wir aber von Hausfriedensbruch und der Gefährdung von Menschenleben“, erklärte das Unternehmen auf Anfrage des Evangelischen Pressediensts (epd). Tönnies habe in den letzten Jahren massiv in die Forschung von Alternativen und Weiterentwicklungen der Betäubung investiert. Die Geschäftsführung habe Vertreter der Tierschutz-Initiative eingeladen, sich persönlich einen Einblick in den Betrieb zu verschaffen.
Eine CO2-Betäubung ist in der EU für die Schweineschlachtung zugelassen. Sie wird von Tierschutzverbänden jedoch kritisiert.




