SPD will nach höherem Elterngeld auch "Familienstartzeit"

SPD will nach höherem Elterngeld auch "Familienstartzeit"
Die im Bund mitregierende SPD begrüßt die von Familienministerin Prien geplante Erhöhung des Elterngeldes, befürwortet aber noch weiter gehende Verbesserungen für Familien.

Augsburg (epd). Der SPD-Bundestagsfraktion geht die angekündigte Erhöhung des Elterngeldes noch nicht weit genug. „Wir sollten die Gelegenheit nutzen und parallel zur Elterngeldreform eine Familienstartzeit einführen - also die bezahlte Freistellung von Vätern nach der Geburt für vier Wochen“, sagte der zuständige Berichterstatter der Fraktion, Felix Döring, der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag).

Döring schlug zur Gegenfinanzierung ein „U2-Umlage“ genanntes System vor, in das alle Arbeitgeber einzahlen und aus dem bisher die Kosten des Mutterschutzes erstattet werden. „Das kostet den Steuerzahler keinen Cent, sorgt für mehr Gleichstellung und führt zu finanziellen Entlastungen beim Elterngeld für den Bundeshaushalt“, erklärte Döring.

Weiterhin 14 Monate Bezugsdauer

Am Mittwoch war ein Papier aus dem von Ministerin Karin Prien (CDU) geführten Bundesfamilienministeriums bekannt geworden, wonach die maximale Bezugsdauer von 14 Monaten erhalten bleiben soll, statt - wie im Sommer geplant - auf 12 Monate verkürzt zu werden. Änderungen sind demnach auch geplant bei der Aufteilung der Monate auf die Elternteile und bei der Höhe der Zahlungen.

Der Mindestbetrag soll von 300 auf 330 Euro steigen, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Das war bereits im Sommer so geplant. Es wäre die erste Erhöhung des Elterngelds seit der Einführung im Jahr 2007. Die familienpolitische SPD-Fraktionssprecherin Jasmina Hostert sagte der Zeitung: „Sollte sich die angekündigte Erhöhung bestätigen, wäre das ein wichtiges Signal an Familien in Deutschland. Und sollte die Bezugsdauer bei 14 Monaten bleiben, begrüße ich das sehr.“

Reichinnek: Nicht einmal Inflationsausgleich

Kritik kam hingegen von der Linken-Fraktionschefin im Bundestag, Heidi Reichinnek: Für die Rücknahme der geplanten kürzeren Bezugsdauer „darf Karin Prien nun wirklich keinen Applaus erwarten“, sagte sie ebenfalls der „Augsburger Allgemeinen“. Die geplante Anhebung des Mindestbetrags nannte sie „lächerlich - sie ist nicht einmal ein ausreichender Inflationsausgleich“.