Magdeburg (epd). Der aus Altersgründen aus dem Amt scheidende Magdeburger Bischof Gerhard Feige sieht das Bistum in einem Prozess tiefgreifender Veränderungen. Immer wieder habe seine Aufgabe darin bestanden, Grenzen aufzuzeigen, unpopuläre Entscheidungen zu vermitteln und zugleich Hoffnung zu geben, sagte der 74-jährige Feige am Mittwoch in Magdeburg rückblickend über seine Amtszeit. Seit 2005 steht er an der Spitze des Bistums.
Die pastoralen Zukunftsgespräche, eine Reformdebatte innerhalb des Bistums, seien eine Antwort auf die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte gewesen, sagte Feige. Seit 2010 sei die Zahl der Pfarreien von 186 auf 44 gesunken. Inzwischen werde mehr als die Hälfte der Gemeinden von Leitungsteams unter Beteiligung von Laien geführt.
Missbrauchsskandal traf Feige unvorbereitet
Über mehrere Jahre hinweg habe er jede der 44 Pfarreien jeweils drei Tage besucht, um Kontakte zu Katholiken, evangelischen Christen und Unternehmen zu knüpfen, sagte Feige. Er sei dankbar für die dabei entstandenen Begegnungen.
Der Missbrauchsskandal habe die Kirche während seiner Amtszeit schwer belastet, sagte der leitende Geistliche. Als er erstmals mit Missbrauchsfällen konfrontiert worden sei, habe er sich nicht vorstellen können, dass solche Verbrechen in der Kirche geschehen. Er habe nichts geahnt.
Der festliche Gottesdienst zur Emeritierung Feiges ist für den 21. November in der Kathedrale St. Sebastian in Magdeburg geplant, zwei Tage nach seinem 75. Geburtstag.




