Assisi, Rom (epd). Papst Leo XIV. hat davor gewarnt, dass erneut Kriege als Mittel internationaler Politik angesehen werden. Dadurch werde „die Erinnerung an das 20. Jahrhundert und das sinnlose Gemetzel von Millionen Menschenleben verraten“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Dienstag in einer Videobotschaft an das Internationale Friedenstreffen in Assisi.
Vor 40 Jahren, kurz vor dem Ende des Kalten Krieges, hatte Papst Johannes Paul II. den ersten Weltgebetstag für den Frieden einberufen. Die weltweite Laiengemeinschaft Sant'Egidio führt diese Tradition fort und lud für 2026 zum Jubiläumstreffen Vertreter aller Religionen erneut nach Assisi ein.
Krieg dürfe niemals im Namen Gottes geführt werden, forderte der Papst. Für Gläubige bedeute, im Namen der Religion zu kämpfen, in Wirklichkeit, die Religion selbst anzugreifen. „Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig!“, sagte Leo.
Südamerika-Reise offiziell bestätigt
Der Papst wandte sich per Video an die Teilnehmer des Friedenstreffens in Assisi. Ursprünglich war geplant, dass der 71-Jährige persönlich nach Assisi reist. Doch die Teilnahme wurde abgesagt, nachdem Leo Mitte Oktober ein bösartiger Tumor aus der Lunge entfernt worden war.
Die anstehende Papstreise nach Südamerika wurde hingegen am Montagabend vom Vatikan offiziell bestätigt. Demnach wird Leo vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und Peru reisen. „Ich freue mich, auf den Kontinent zurückkehren zu können, auf dem ich so viele Momente meines Lebens verbracht habe“, sagte der Papst laut Mitteilung. Leo XIV. hat mehr als 20 Jahre in Peru gelebt, zunächst als Missionar, später als Bischof von Chiclayo.




