Genf (epd). Die verschärften militärischen Angriffe Russlands haben in der Ukraine laut dem Hilfswerk UNHCR Zehntausende Menschen neu in die Flucht gezwungen. Besonders die Fluchtbewegungen aus den Frontgebieten im Osten der Ukraine erhöhten sich, sagte der UNHCR-Regionaldirektor für Europa, Philippe Leclerc, am Dienstag in Genf.
Seit Januar 2026 seien in allen vom UNHCR unterstützten Transitzentren über 136.000 Evakuierte aus dem Osten aufgenommen worden. Das seien rund 70 Prozent mehr als die fast 80.000, die im gesamten Jahr 2025 die Einrichtungen in den Gemeinden an der Front durchlaufen hätten.
Diese Zahlen stellten nur einen Teil der Gesamtzahl der Evakuierten aus den Frontgebieten dar. Viele Menschen nehmen laut dem UNHCR-Direktor keine Unterstützung in den Transitzentren in Anspruch.
10,8 Millionen brauche Hilfe
Etliche Menschen, die vor den russischen Bombardements flüchteten, seien besonders schutzbedürftig: Fast 40 Prozent seien Ältere, und ein erheblicher Anteil seien Menschen mit Behinderungen. Insgesamt benötigen laut UNHCR 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe.
In Ländern Europas leben den Angaben nach 5,2 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine. Im Februar 2022 startete Russland seine Vollinvasion der Ukraine und löste damit die größte Flüchtlingskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg aus.




