Genf (epd). Fünfzehn Jahre nach Verabschiedung einer UN-Schutzkonvention müssen Millionen Hausangestellte noch immer Ausbeutung und nicht selten schlechte Arbeitsbedingungen erdulden. Vier von fünf der Hausangestellten seien im informellen Sektor tätig, sie bräuchten einen wirksamen rechtlichen und sozialen Schutz, verlangte die Internationale Arbeitsorganisation am Dienstag in Genf.
Laut einem ILO-Bericht sind weltweit 80 Millionen Menschen ab 15 Jahren als Hausangestellte beschäftigt, gegenüber 75,6 Millionen im Jahr 2019. In Asien und im Pazifikraum sind demnach 40,2 Millionen Hausangestellte tätig. In Afrika arbeiten laut ILO 93,3 Prozent der Hausangestellten im informellen Sektor, in den arabischen Staaten sei dies nahezu die Regel.
In Europa und Zentralasien arbeitet laut ILO mehr als jede dritte Hausangestellte im informellen Sektor. Nord- und Südamerika seien die Region mit dem höchsten Frauenanteil. Haushaltshilfen müssen Reinigen, Kochen, Gärtnern, Fahren, Betreuen oder Reparaturen erledigen. Laut ILO verdienen Hilfen nur 53 Prozent des durchschnittlichen Monatslohns anderer Beschäftigter. Im informellen Sektor liege der Verdienst noch weiter darunter.
Mindestlohn und bezahlter Urlaub
Die ILO hatte 2011 die Konvention zum Schutz von Hausangestellten verabschiedet, die viele Länder aber nicht umsetzen. Die Beschäftigten sollen einen Mindestlohn, bezahlte Ruhezeiten und Urlaube erhalten. Außerdem haben sie Anrecht auf sichere Arbeitsplätze.
Das Abkommen verbietet jede Form von Belästigung, Missbrauch und Gewalt. Des Weiteren haben die Angestellten ein Recht auf einen Arbeitsvertrag, bei Verletzung des Vertrages sollen sie vor Gericht klagen können. Die ILO gehört zu den Vereinten Nationen und hat ihren Sitz in Genf.




