Bonn (epd). Zehn Umwelt- und Tierschutzorganisationen haben die Bundesregierung aufgefordert, bessere gesetzliche Vorgaben für die Haltung von Puten zu schaffen. „Für Masthühner und Legehennen gibt es gesetzliche Vorgaben, für Puten nicht. Diese Regelungslücke ist nicht weiter hinnehmbar“, erklärte am Montag der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring zusammen mit neun Tierschutzorganisationen: „Die Bundesregierung muss jetzt handeln, statt die Verantwortung auf Gerichte, Länder und einzelne Veterinärämter vor Ort abzuwälzen.“
In einem Positionspapier kritisieren die Organisationen die Haltungsbedingungen für Puten in den meisten deutschen Ställen. Die Tiere hätten viel zu wenig Platz und kaum Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie könnten sich weder zurückziehen noch Artgenossen ausweichen. Auch könnten sie nicht auf erhöhten Plätzen ruhen, obwohl dies ihrem natürlichen Verhalten entspreche.
Schnelles Wachstum und Beinschäden
Hinzu komme die Zucht auf sehr schnelles Wachstum, die häufig zu Beinschäden führe, hieß es weiter. Damit sich die gestressten Tiere nicht gegenseitig verletzen, werde ihnen zudem routinemäßig der Schnabel gekürzt. Der Appell wird neben dem Deutschen Naturschutzring getragen von der Albert Schweitzer Stiftung, Animal Equality, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Deutschen Tierschutzbund, der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht, Menschen für Tierrechte, „Provieh“ und „Vier Pfoten“.
In Niedersachsen würden nach Angaben der Organisationen bundesweit die meisten Puten gehalten. Dort werde im Rahmen des Tierschutzplans derzeit über Regelungen zur Haltung von Mastputen diskutiert. Sie erwarteten spürbare Verbesserungen für die Tiere. Eine Lösung in einem Bundesland ersetze jedoch keine bundesweite Regelung. Die Bundesregierung müsse deshalb Vorgaben für die Haltung von Puten und weiteren Tierarten in die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufnehmen.




