Junge Erwachsene erreichen Sparziele nicht

Junge Erwachsene erreichen Sparziele nicht
Viele Menschen in Deutschland erreichen ihre Sparziele nicht. Bei den 20- bis 29-Jährigen fehlen monatlich im Schnitt knapp 170 Euro, um den selbst eingeschätzten Sparbetrag anzusammeln.

Berlin (epd). Vielen Menschen bleibt in Deutschland weniger Geld zum Sparen als sie sich wünschen. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Weltspartag am 30. Oktober ergab, sparen die Befragten im Schnitt rund 200 Euro im Monat, obwohl sie einen Sparbetrag von etwa 275 Euro für notwendig halten. Besonders groß ist die Sparlücke bei den 20- bis 29-Jährigen, denen monatlich im Schnitt knapp 170 Euro fehlen.

Für die repräsentative Umfrage wurden laut Volksbanken-Verband 2.800 Menschen zu ihrem Sparverhalten befragt. Gegenüber dem Vorjahr ist die Sparlücke den Angaben zufolge etwas kleiner geworden. 2025 hielten die Befragten einen durchschnittlichen monatlichen Sparbetrag von knapp 300 Euro für notwendig, tatsächlich legten sie gut 190 Euro zurück. Die Sparlücke betrug damit mehr als 100 Euro. Im laufenden Jahr ist sie um knapp 30 Euro beziehungsweise gut ein Viertel zurückgegangen.

Geldvermögen erreicht Höchststand

Gleichzeitig ist das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland 2025 auf knapp zehn Billionen Euro gestiegen und hat damit einen Höchststand erreicht. Der Anstieg bedeute allerdings nicht, dass die Menschen entsprechend wohlhabender geworden sind, erklärten die Studienautoren. Die Inflation habe einen erheblichen Teil davon aufgezehrt, und das Vermögen sei ungleich verteilt. Nach Angaben der Volksbanken und Raiffeisenbanken entfielen 2023 rund 60 Prozent des Nettovermögens auf die reichsten 10 Prozent der Haushalte.

Der Bundesverband sieht deshalb Handlungsbedarf bei der finanziellen Bildung und der Altersvorsorge. Mehr Finanzwissen könne helfen, vorhandenes Geld besser einzusetzen. Fehlendes Einkommen lasse sich damit aber nicht ausgleichen. Der Verband unterstützt zudem die Grundidee der Frühstart-Rente, die jungen Menschen mit staatlich finanzierten Beiträgen den frühen Vermögensaufbau ermöglichen soll. Außerdem plädiert er dafür, die gesetzliche Rentenversicherung um kapitalgedeckte Elemente zu ergänzen.