Frankfurt a.M., Washington D.C. (epd). Die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch hat nach dem Tod des Anti-Korruptions-Anwalts Juan Francisco Solórzano Foppa umgehende Aufklärung gefordert. Der 43-Jährige sei am 17. Oktober in Guatemala-Stadt von Unbekannten erschossen worden, teilte die Organisation am Dienstag mit. Die guatemaltekischen Behörden müssten nun unverzüglich und gründlich ermitteln.
Demnach war Solórzano Foppa wegen seines Einsatzes gegen Korruption und Steuerhinterziehung bekannt. In Guatemala werden immer wieder Fälle von Korruption in Regierung und Justiz bekannt. Medien und Juristinnen und Juristen, die sich dagegen einsetzen, werden bedroht und inhaftiert.
Der Anwalt habe zum Zeitpunkt der Tat eine Fußballmannschaft trainiert. Bei dem Angriff in einem Sportstadion sei ein weiterer Mann tödlich verletzt worden. Laut Human Rights Watch (HRW) konnte die Polizei zwar zunächst zwei Männer festnehmen, mangels Beweisen wurden sie aber wieder freigelassen.
#Verbindung zwischen Kriminellen und Politikern angeprangert
„Die Ermordung von Juan Francisco Solórzano Foppa ist ein schockierender Angriff auf einen Anwalt, der bei einigen der wichtigsten Verfahren im Kampf gegen Korruption in Guatemala eine herausragende Rolle gespielt hat“, sagte die HRW-Direktorin für den amerikanischen Kontinent, Juanita Goebertus. Nicht nur die Täter müssten identifiziert werden, sondern auch alle anderen am Verbrechen beteiligte Personen.
Als Staatsanwalt und ehemaliger Leiter der guatemaltekischen Steuerbehörde habe Solórzano Foppa immer wieder Verbindungen zwischen kriminellen Gruppen, Politikern und Behörden angeprangert. Er hatte sich HRW zufolge gegen Steuerhinterziehung auf höchster politischer Ebene eingesetzt und dabei geholfen Millionen nicht gezahlter Steuern einzutreiben. 2015 habe der Jurist im Strafverfahren „La Línea“ („Die Linie“) ermittelt, das zu Massenprotesten und zum Rücktritt von Ex-Präsident Otto Pérez Molina geführt hatte.




