Berlin, Santiago de Chile (epd). In Santiago de Chile haben am Sonntag (Ortszeit) zum siebten Jahrestag der sozialen Proteste von 2019 mehrere tausend Menschen für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen die aktuelle ultrarechte Regierung unter Präsident José Antonio Kast demonstriert. Der Radiosender Cooperativa berichtete über einen weitgehend friedlichen Protestzug, der sich auf der Plaza Italia im Zentrum der Hauptstadt versammelt habe. Die Polizei habe Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt, um die Versammlung aufzulösen.
Am 18. Oktober 2019 hatten in Chile mehr als eine Million Menschen gegen die neoliberale Wirtschaftsordnung im Land protestiert. Die Proteste dauerten bis zum Januar 2020 an, wobei es am Rande zu Plünderungen kam. Die Polizei und das Militär reagierten darauf mit harscher Gewalt.
UN sprachen von Verletzung der Menschenrechte
Bereits im Dezember 2019 kritisierten die Vereinten Nationen das Vorgehen der Sicherheitskräfte als „Verstoß gegen internationale Normen“ und sprachen von einer hohen Zahl an Menschenrechtsverletzungen. Amnesty International zählte mehr als 400 Menschen, die wegen des Einsatzes von Schrot und Gasgranaten mindestens ein Auge verloren. Bis heute ist ein Großteil der Verbrechen unaufgeklärt.




