Köln, Berlin (epd). Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Grünen-Politiker Volker Beck spricht sich vehement gegen eine Regierung aus Linken, Grünen und SPD in der Bundeshauptstadt aus. Die Berliner Linke, die die Wahl zum Abgeordnetenhaus vom 20. September klar gewonnen hatte, sei „ein gäriger, antizionistischer Haufen“, sagte Beck im Interview der Woche des Deutschlandfunks, das am Sonntag ausgestrahlt wird.
Er griff damit ein Zitat des AfD-Politikers Alexander Gauland auf, der seine eigene Partei in der Vergangenheit mehrfach als „gärigen Haufen“ bezeichnet hatte. Beck sagte laut vorab verbreitetem Manuskript des Interviews, für einen Teil der Berliner Linken und ihrer Wählerschaft sei Antizionismus „identitätsbildend“. Zionismus ist eine Bewegung für einen nationalen jüdischen Staat, den Antizionistinnen und Antizionisten ablehnen.
Der Antizionismus sei „Weltanschauung und Leidenschaft dieser Leute“, erklärte Beck und machte deutlich: „Das konstruiert deren Identität, und es ist brandgefährlich für das gesellschaftliche Klima.“
Elif Eralp „überfordert mit der Situation“
Der Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp hielt Beck vor, „auf dieser Welle des Antizionismus zu reiten, aber sie beherrscht nicht diese Welle“. Persönlich sei sie zwar integer, jedoch „überfordert mit der Situation“. Die Berliner Linke sei „nicht einfach irgendein Landesverband“, betonte Beck: „Das ist der radikalste Landesverband inzwischen, den die Linkspartei hat.“ Ein Papier zum Thema Antisemitismus, das die drei sondierenden Parteien vereinbart hatten, kritisierte er als „diffus“.




