Berlin (epd). Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer in Deutschland steigt weiterhin stark an. Nach neuesten Zahlen sind beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben von Januar bis September 14.977 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingegangen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) unter Berufung auf eine Sprecherin der Behörde berichteten. Das seien bereits jetzt fast viermal so viele wie im gesamten Jahr 2025, für das die Behörde 3.879 Anträge registriert habe.
Der Anstieg fällt auch im Jahresverlauf deutlich aus: Bis Ende Juni hatte das Bundesamt 5.862 Anträge gemeldet, bis Ende September waren es 14.977 - also fast dreimal so viele wie im ersten Halbjahr. Nach Angaben einer Sprecherin des Bundesamtes sind Anträge auf Kriegsdienstverweigerung beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr einzureichen und werden von dort an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben weitergeleitet.
Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt
Zum Jahresanfang war das neue Wehrdienstgesetz in Kraft getreten. Seit 1. Januar werden alle jungen Menschen kurz nach deren 18. Geburtstag angeschrieben, um ihr Interesse an einem Dienst in der Truppe abzufragen und sie zu erfassen. Männer müssen den Fragebogen ausfüllen, Frauen ist es freigestellt. Die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht ist seit 2011 ausgesetzt. Allerdings soll auf freiwilliger Basis die Zahl der Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr erhöht werden.




