USA: Lutherischer Bischof begrüßt Nein zu Hinrichtung-Livestream

USA: Lutherischer Bischof begrüßt Nein zu Hinrichtung-Livestream
Der leitende lutherische US-Bischof lobt Präsident Donald Trumps Nein zur Live-Übertragung einer Hinrichtung. Das Vorhaben war kontrovers.

Washington (epd). Der leitende Bischof der größten lutherischen Kirche der USA hat US-Präsident Donald Trumps Entscheidung begrüßt, die vom Pentagon angekündigte Live-Übertragung der Exekution des mehrfachen Mörders Nidal Hasan abzusagen. Das planmäßige Töten eines Menschen dürfe „niemals ein öffentliches Spektakel werden“, schrieb Bischof Yehiel Curry am Freitag (Ortszeit) an seine Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika (ELCA). Es schade der Gesellschaft, wenn „Gewalt mit Unterhaltung vermengt wird“.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und das Pentagon hatten am 7. Oktober angekündigt, die für den 3. Dezember geplante Hinrichtung solle öffentlich stattfinden und live gestreamt werden. Der Todeskandidat, Ex-Major Nidal Hasan, hatte 2009 insgesamt 13 Menschen auf einem US-Militärstützpunkt erschossen. Am Donnerstag verwarf Trump den Streamingplan. Er könnte vielleicht abschreckend wirken, doch „sehr viele gute und wohlmeinende Menschen möchten die Hinrichtung nicht ansehen“. Ein Erschießungskommando soll Hasan töten.

Auch andere Kirchen gegen Live-Übertragung

Hegseths Vorstoß stieß auf beträchtliche öffentliche Ablehnung. Der Präsident des Nationalen Verbandes der Evangelikalen, Walter Kim, hat sich nachdrücklich dagegen ausgesprochen. Der Präsident der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley, bezeichnete das Vorhaben als „barbarische Förderung einer Kultur des Todes“. Katholische Soldaten, die dem Exekutionskommando zugeteilt werden, müssten ihre Vorgesetzten bitten, von dem Einsatz befreit zu werden, erklärte Militärerzbischof Timothy Broglio.

Bischof Curry erinnerte an die ELCA-Erklärung von 1991 zur Todesstrafe. Obrigkeit sei von Gott angeordnet als Garant von Sicherheit und Gerechtigkeit, hieß es darin. Doch die Todesstrafe führe den Kreislauf der Gewalt weiter und vermehrt zur Brutalität statt zur Versöhnung. Nidal Hasans Hinrichtung ist weiterhin für den 3. Dezember geplant.