Frankfurt a. M. (epd). Die israelische Armee hat laut Unicef im vergangenen Jahr mehr als 340 Kinder im Gaza-Streifen getötet. Eigentlich gelte seit Oktober 2025 in dem Gebiet eine Waffenruhe, erklärte das Kinderhilfswerk am Freitag. Dennoch seien bei Angriffen Israels zudem mindestens 600 Mädchen und Jungen verwundet worden. Gewalt, Vertreibung und Verlust von Familienmitgliedern seien immer noch Alltag von Kindern in Gaza.
Fast die Hälfte der getöteten Kinder starb Unicef zufolge in der Nähe der sogenannten gelben Linie. Die markiert seit der am 10. Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe den östlichen Teil Gazas, der vollständig von der israelischen Armee kontrolliert wird. Palästinenserinnen und Palästinenser dürfen das Gebiet nicht betreten, es umfasst etwa 58 Prozent von Gaza. Nach Angaben der Hilfsorganisation ist die Linie jedoch an vielen Stellen gar nicht oder nicht eindeutig markiert. Vor allem für Kinder sei das lebensgefährlich. Zudem weite Israel den Bereich stetig aus, Familien würden dadurch immer weiter vertrieben.
#60.000 Kinder haben Eltern oder Elternteil verloren
Nach Unicef-Angaben sind etwa 800.000 Kinder innerhalb Gazas auf der Flucht, viele von ihnen hätten kein Zuhause mehr. Die Familien lebten in Zelten, überfüllten Unterkünften oder beschädigten Gebäuden, umgeben von Trümmern und Müll. Etwa 60.000 Mädchen und Jungen haben der Organisation zufolge ein oder beide Elternteile verloren. Israel verletze zudem weiter ihre Rechte auf sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen, Gesundheitsversorgung, Bildung, Schutz und Spiel.
Unicef forderte Israel auf, den Waffenstillstand und das humanitäre Völkerrecht einzuhalten sowie die überlebenswichtige humanitäre Hilfe in Gaza zuzulassen. Die Genesung der Kinder, ihr Lernen und ihre Zukunft müssten im Fokus stehen.




