Verbände warnen vor Einschnitten bei Hilfen für junge Erwachsene

Verbände warnen vor Einschnitten bei Hilfen für junge Erwachsene
Zum Start der diesjährigen Caritas-Armutswochen warnen katholische Verbände davor, bei Reformen die Hilfen für junge Erwachsene zu kürzen. Die Unterstützung durch die Jugendhilfe dürfe im entscheidenden Moment nicht abbrechen.

Berlin (epd). Katholische Sozialverbände warnen davor, dass als Folge von geplanten Reformen in der Kinder- und Jugendhilfe für junge Menschen der Start ins Erwachsenenleben zum Armutsrisiko wird. Die Leistungen der Jugendhilfe müssten beim Übergang in die Volljährigkeit erhalten bleiben, heißt es in einer Mitteilung aus Anlass der Caritas-Armutswochen, die am Samstag beginnen.

Hintergrund des Appells ist die von der Bundesregierung geplante Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Die Caritas, der SkF Gesamtverein und der SKM Bundesverband den bestehenden Rechtsanspruch beizubehalten, wonach junge Volljährige einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung haben, wenn ihre Persönlichkeitsentwicklung eine eigenverantwortliche Lebensführung noch nicht gewährleistet.

Sorge vor Abstieg in Obdachlosigkeit

Gerade weil die aktuellen Reformdiskussionen maßgeblich von Kostendruck dominiert seien, „braucht es den sorgsamen Umgang mit bestehenden Rechtsansprüchen junger Volljähriger“. Werde hier gekürzt, drohe Heranwachsenden, die mit 18 Jahren aus der Jugendhilfe fallen, womöglich der Weg in die Obdachlosigkeit.

„Es darf nicht sein, dass junge Menschen nach Jahren der Jugendhilfe genau in diesem kritischen Lebensabschnitt auf sich allein gestellt sind“, erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.

Die Caritas-Armutswochen beginnen in jedem Jahr am 17. Oktober mit dem internationalen Tag für die Beseitigung der Armut und enden am vom Papst ausgerufenen Welttag der Armen, in diesem Jahr ist das der 15. November 2026.