Kiel (epd). Wer in einer Großstadt eine neue Wohnung mietet, muss dafür mehr bezahlen als noch im vergangenen Jahr. Das gilt nach einer Erhebung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft vor allem für Bestandswohnungen. Die Angebotsmieten in deutschen Städten seien im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal und um 3,7 Prozent gestiegen. Das geht aus dem aktuellen GREIX-Mietpreisindex hervor, den das Kiel Institut für Weltwirtschaft am Donnerstag veröffentlichte.
Insbesondere die Mieten für Bestandswohnungen steigen derzeit stärker als die von Neubauten, erklären die Forscher. München bleibt mit durchschnittlich 23,70 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter die teuerste Großstadt. Bundesweit beträgt die durchschnittliche Angebotsmiete 14,60 Euro pro Quadratmeter.
Nur wenige Menschen können sich Neubau-Mieten leisten
Im Jahresvergleich unter den acht größten deutschen Städten sind die Mieten in Hamburg (6,7 Prozent), Düsseldorf (5,4 Prozent) und Köln (5,4 Prozent) am stärksten gestiegen. Auch in München (4,8 Prozent) und Frankfurt am Main (3,7 Prozent) müssen Mieter mehr Geld ausgeben. Berlin liegt mit etwa 1,4 Prozent mehr über dem Vorjahresniveau.
Die Zahlen zeigen zudem, dass nur noch wenige Haushalte sich teure Mieten im Neubau leisten können. Denn Neubauwohnungen bleiben nach der Untersuchung des Instituts deutlich länger inseriert, als Bestandswohnungen, die weniger kosten. „Neubauwohnungen in den großen Städten gehören zu den teuersten Angeboten am Mietmarkt. Bei diesen Preisen kommt nur noch ein kleinerer Kreis von Haushalten als Mieter infrage, und das kann die Vermarktung verlängern“, sagte Projektleiter Jonas Zdrzalek.
Für den GREIX-Mietpreisindex werden die Angebotsmieten für Wohnungen in 37 deutschen Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte, ausgewertet. Damit trifft der Index vor allem Aussagen über die Wohnungsmarktsituation in größeren deutschen Städten.




