Krankenkassen sehen trotz stabiler Beiträge keinen Grund zum Jubeln

Krankenkassen sehen trotz stabiler Beiträge keinen Grund zum Jubeln
Die Krankenkassenbeiträge bleiben im kommenden Jahr voraussichtlich stabil. Doch damit die Finanzen längerfristig tragfähig bleiben, muss sich nach Ansicht der Kassen noch einiges ändern.

Berlin (epd). Die gesetzlichen Krankenkassen zeigen sich erfreut über die Prognose, dass die Beitragssätze im kommenden Jahr unverändert bleiben. Dies sei „ein gutes Signal“ für die rund 75 Millionen Versicherten und deren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Oliver Blatt, am Donnerstag in Berlin. „Stabilität kann es aber nur geben, wenn der eingeschlagene Kurs konsequent weiterverfolgt wird“, mahnte er zugleich. 2027 müsse die Politik „grundlegende strukturelle Reformen“ angehen.

Auch der Dachverband der betrieblichen Krankenkassen (BKK), nannte die Beitragsprognose eine erfreuliche Nachricht. „Grund zum vorschnellen Jubeln ist das allerdings nicht“, erklärte die Vorständin des BKK-Dachverbands, Anne-Kathrin Klemm. „Strukturreformen sind dringend erforderlich.“ Die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, erklärte ebenfalls, es seien „tiefgreifende und mutige“ Veränderungen nötig. Die finanzielle Stabilität des Systems stehe derzeit „auf wackligen Füßen“.

VdK: Beiträge müssen sinken

Der zuständige Schätzerkreis hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr weiterhin bei 2,9 Prozent liegen soll. Dies sei zur Deckung des Finanzbedarfs der Kassen nötig. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Zusatzbeitrag ebenso wie den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent jeweils zur Hälfte.

Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, reagierte unzufrieden. „Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wäre wichtig, dass die Beiträge endlich wieder sinken“, erklärte sie. Die Zusatzbeiträge lägen seit Jahren auf hohem Niveau.

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) erklärte, mit der Beitragsstabilität sei „unser wichtigstes Ziel erreicht“. Er rede „die Probleme aber nicht schön“ - die Finanzlage der Kassen bleibe angespannt.