Verbraucher müssen mehr für ihre Kartoffeln bezahlen

Verbraucher müssen mehr für ihre Kartoffeln bezahlen
Ausgerechnet für Kartoffeln, einem Grundnahrungsmittel der Deutschen, müssen Verbraucher jetzt deutlich mehr bezahlen. Schuld sind die schlechte Ernte und die gestiegenen Erzeugerpreise.

Wiesbaden (epd). Weil die Bauern weniger ernten, müssen Verbraucher mehr für das Kilo frische Kartoffeln bezahlen. Der Preis für Kartoffeln stieg im September um mehr als elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Damit liegt der Preisanstieg deutlich über der Inflationsrate. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Der Preisanstieg gilt allerdings nicht für verarbeitete Kartoffelprodukte wie tiefgefrorene Pommes frites. Dafür mussten Verbraucher weniger bezahlen, rund fünf Prozent lagen die Preise unter dem Vorjahresmonat laut Statistik.

Stärkster Anstieg seit August 2023

Gründe für den Preisanstieg sind die Ertragsverluste infolge der extremen Hitze und Trockenheit im Sommer. Die Erzeugerpreise von Speisekartoffeln lagen im August 2026 um 61,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das war laut den Statistikern der stärkste Anstieg der Erzeugerpreise von Kartoffeln im Vergleich mit dem Vorjahresmonat seit drei Jahren.

Die Ernte von Kartoffeln wird im Jahr 2026 nach vorläufigen Ergebnissen mit 10,4 Millionen Tonnen knapp ein Viertel (24,8 Prozent) unter der Ernte des Vorjahres liegen. Der Rückgang ist nicht nur auf eine verringerte Anbaufläche zurückzuführen. Auch die Erträge je Hektar fallen im Jahr 2026 voraussichtlich deutlich geringer aus als im Vorjahr: Für 2026 wird mit 38,9 Tonnen je Hektar gerechnet, 2025 waren es 46,0 Tonnen je Hektar. Grund dafür dürften demnach vor allem die extreme Hitze und Trockenheit des diesjährigen Sommers sein.