Gütersloh (epd). Leitungskräfte von Kitas wünschen laut einer aktuellen Studie eine stärkere Beteiligung der Träger bei der frühkindlichen Bildung. Träger stünden bei Fragen der Kita-Qualität bislang selten im Fokus, obwohl sie rechtlich, finanziell und organisatorisch für den Betrieb verantwortlich sind, erklärte die Bertelsmann Stiftung bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag in Gütersloh. Eine von der Bertelsmann Stiftung beauftragte Befragung von rund 4.800 Leitungskräften zeige Verbesserungspotenzial bei der Einstellung, Einarbeitung und Weiterbildung von Personal.
Nach Einschätzung der Stiftung kommt es bei der Personalauswahl oft zu Unklarheiten zwischen Träger und Kita-Leitung: Nur 59 Prozent der Befragten schildern, dass vor jeder Neueinstellung ein persönliches Gespräch mit dem Träger stattfinde. Rund jede zehnte Leitungskraft berichtet, der Träger habe Personen eingestellt, die von der Kita als ungeeignet eingestuft wurden. 62 Prozent geben an, der Träger überlasse ihnen die alleinige Entscheidung über eine Anstellung.
Stellenbesetzung unterhalb von Qualifikationsniveau
Fast ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gab an, dass ausgeschriebene Stellen unterhalb des benötigten Qualifikationsniveaus angesiedelt waren. Beim Einstellen würden immer wieder Abstriche gemacht - insbesondere beim Fachwissen (56 Prozent) und bei der Reflexionsfähigkeit (40 Prozent). Als Hauptgründe nennen die Leitungen die Absicht, vorhandenes Personal zu entlasten (81 Prozent), sowie den Wunsch, das Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten (76 Prozent). Dass der Träger vor jeder Einstellung ein polizeiliches Führungszeugnis geprüft habe, geben 93 Prozent an, obwohl Träger dazu verpflichtet sind.
Für die Studie befragte ein Team der Justus-Liebig-Universität Gießen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung im September und Oktober 2025 insgesamt 4.782 Leitungskräfte, das sind 7,8 Prozent der rund 61.000 Kitas in Deutschland. Die Teilnahme erfolgte auf Basis eines Aufrufs.




