Kinderschutzmodul im Lehramtsstudium gefordert

Kinderschutzmodul im Lehramtsstudium gefordert
Ein Bündnis aus Bildungsorganisationen sieht erhebliche Lücken beim Kinderschutz in der Lehrkräfteausbildung. Es fordert deshalb ein verpflichtendes Studienmodul zu Missbrauchsdynamiken, Traumapädagogik und Täterstrategien.

Berlin (epd). Ein Bündnis aus Bildungsorganisationen fordert ein verpflichtendes Kinderschutzmodul im Lehramtsstudium. Es herrsche ein strukturelles Defizit, da Kinderschutz in den universitären Lehrplänen sowie in Landesgesetzen zur Lehrkräftebildung nicht mitgedacht werde, erklärte das Bündnis am Mittwoch in Berlin. Zu den Unterzeichnenden des Positionspapiers zählen etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE), die Bundesschülerkonferenz und der Betroffenenrat.

Ein solches Studiumsmodul soll laut dem Positionspapier unter anderem Vermittlung von Grundwissen zu Missbrauchsdynamiken, Traumapädagogik sowie Täterstrategien enthalten. Zudem sollten Betroffene eingebunden werden, hieß es. Für das Modul sollen Bund und Länder zusätzliche Mittel für qualifiziertes Lehrpersonal bereitstellen. Das Bündnis wies darauf hin, dass 2024 ein Höchststand von 72.800 Kindeswohlgefährdungen verzeichnet worden sei.

Nur ein Land bereitet angehende Lehrkräfte aufs Thema vor

Die unabhängige Missbrauchsbeauftragte, Kerstin Claus, hatte am Dienstag ihren ersten Bericht vorgestellt. Darin warnte sie, dass junge Menschen in nie dagewesenem Maß von sexuellen Übergriffen bedroht seinen, insbesondere im digitalen Raum. Laut Claus ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, das bereits das Thema sexualisierte Gewalt in der Lehrkräfteausbildung verpflichtend verankert hat.