Berlin (epd). Die EU-Beauftragte Katharina von Schnurbein wird neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung. Das Bundeskabinett berief die promovierte Politikwissenschaftlerin am Mittwoch in das Amt, wie das Innenministerium mitteilte. Schnurbein war seit 2015 Koordinatorin der EU-Kommission für Antisemitismusbekämpfung. Man gewinne eine „ausgewiesene Expertin im Kampf gegen Antisemitismus“, erklärte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU).
Sie tritt den Angaben zufolge am 28. Oktober die Nachfolge von Felix Klein an, der 2018 zum ersten Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus berufen worden war und Ende August für eine neue Stelle aus dem Amt schied. Seitdem war der Posten vakant. Die Beauftragten-Stelle gehört zum Bundesinnenministerium.
Mehrfach für Arbeit gegen Antisemitismus ausgezeichnet
Für ihr Engagement wurde Katharina von Schnurbein nach Angaben der EU-Kommission mehrmals von jüdischen Organisationen ausgezeichnet. Ihre Aufgabe als EU-Koordinatorin war es, Maßnahmen zum Kampf gegen Antisemitismus, zur Stärkung der jüdischen Gemeinschaft und zur Erinnerung an den Holocaust zu entwickeln und voranzutreiben. Auch in ihrem neuen Amt geht es um Bund-Länder-Koordinierung von Maßnahmen gegen Judenhass und zur Sichtbarmachung der jüdischen Gemeinschaft.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßte die Berufung von Schnurbein. Sie genieße in der jüdischen Gemeinschaft hohes Ansehen und sei „international bestens vernetzt“, sagte Präsident Josef Schuster. „Ich halte Katharina von Schnurbein sowohl persönlich als auch professionell für eine herausragende Besetzung.“




