Bremerhaven (epd). Nach einer zehnwöchigen Arktisexpedition kehrt das Forschungsschiff „Polarstern“ am Mittwoch nach Bremerhaven zurück. Rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Ländern sammelten im Arktischen Ozean Daten aus der Erdgeschichte, wie das Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) am Dienstag in Bremerhaven mitteilte. Die Reise führte von Tromsø über Nordostgrönland und die Framstraße bis zum Nordpol sowie an den untermeerischen Lomonossow-Rücken.
Den Angaben des Instituts zufolge legte das Schiff rund 16.700 Kilometer zurück. Dabei erfassten die Forschenden am Lomonossow-Rücken etwa 2.200 Kilometer seismische Profile und schlossen damit eine Datenlücke. „Wir haben jetzt durchgängig seismische Daten etwa vom Nordpol bis fast zum sibirischen Schelf“, betonte Fahrtleiterin Catalina Gebhardt. Ein Ziel sei es, anhand der Daten besser zu verstehen, wann sich Meeresströmungen änderten und ob dies mit tektonischen oder klimatischen Umbrüchen zusammenfalle.
Sedimentkerne für neue Analysemethoden
Zudem entnahm das Team insgesamt rund 108 Meter Sedimentkerne aus dem Meeresboden, wie das AWI weiter berichtete. Die Bohrkerne reichen über mehrere Eiszeitzyklen zurück und sollen Aufschluss über vergangene Umweltbedingungen geben, um Rückschlüsse auf die menschengemachte Erwärmung zu ermöglichen.
Zudem berichtete das Expeditionsteam, das Meereis im Nordosten Grönlands sei im Sommer 2026 außergewöhnlich dicht gewesen und habe die dortigen Arbeiten behindert. Nach Angaben der Forschenden hebt sich die größte Insel der Erde infolge der schmelzenden Gletschermassen nachweisbar an, da weniger Druck auf ihr laste.
Nach dem Einlaufen, das für Mittwoch 4 Uhr erwartet wird, soll die „Polarstern“ rund einen Monat für Wartungsarbeiten in der Bremerhavener Lloyd-Werft liegen, wie das Institut mitteilte. Mitte November beginne planmäßig die nächste Mission, dann in Richtung Antarktis.




