Berlin (epd). Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, fordert eine Strategie zur Vermeidung von Benachteiligung von Frauen in den Wechseljahren. Viele Frauen trauten sich am Arbeitsplatz nicht, offen über Wechseljahresbeschwerden zu sprechen, sagte Ataman am Dienstag bei der Vorstellung von Handlungsempfehlungen in Berlin. Das Thema komme langsam aus der Tabuzone, Unterstützung stehe aber noch am Anfang. Ataman forderte mehr medizinische Forschung zum Thema und Unterstützung im Arbeitsleben.
Über Jahrzehnte habe für Frauen in den Wechseljahren gegolten, die Zähne zusammenbeißen zu müssen, sagte Ataman. „Das hieß: Schmerzen, Schlaflosigkeit und Hitzewallungen einfach ertragen.“ Rund 11 Millionen Frauen in Deutschland seien zwischen 40 und 60 Jahren alt und durchliefen damit aktuell potenziell die Wechseljahre. Die Gesellschaft sei auf sie angewiesen, zumal Frauen besonders häufig in wichtigen Bereichen wie Schule, Pflege oder Gastronomie arbeiteten.
Strategie sollte wechseljahresfreundliche Arbeitsplätze umfassen
Ataman forderte eine „Nationale Wechseljahres-Strategie“, bei der Arbeitgeber dazu gebracht werden sollen, Frauen in der Menopause besser zu unterstützen. Wechseljahresfreundliche Arbeitsplätze könnten einfach geschaffen werden, etwa durch flexible Arbeitszeiten, geeignete Raumtemperaturen, Zugang zu Toiletten und betriebsärztliche Beratung.
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle forderte zudem eine gesetzliche Klarstellung, dass der Diskriminierungsschutz auch für Frauen in den Wechseljahren gilt. Dies könne zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Frau aufgrund von Wechseljahresbeschwerden und damit verbundenem Unterstützungsbedarf keine Vertragsverlängerung erhält, sagte Ataman. In ihren Augen sei das eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, rechtlich sei das aber nicht eindeutig klar.




