Dortmund (epd). Ein Leitungsamt in der evangelischen Kirche ist für die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, nicht vereinbar mit einem politischen Mandat bei der AfD. Das müsse auch für ehrenamtlich Mitarbeitende wie Presbyterinnen und Presbyter im Leitungsgremium einer Kirchengemeinde gelten, sagte die leitende Theologin der viertgrößten deutschen Landeskirche am Montagabend in Dortmund. Sie kündigte eine Stellungnahme ihrer Kirche zum Umgang mit der AfD bei der westfälischen Landessynode an, die vom 22. bis 25. November in Bielefeld tagt.
Denkbar sei eine verpflichtende Erklärung, in der sich Kirchenmitglieder zu den Werten der Landeskirche bekennen müssen, wenn sie ein Leitungsamt übernehmen wollen, sagte Ruck-Schröder. Man wolle keine „Gesinnungsschnüffelei“ betreiben. Eine klare Haltung und einheitliche Regelung sei aber für die Verantwortlichen in den 26 Kirchenkreisen und rund 420 Kirchengemeinden in Westfalen wichtig, auch mit Blick auf die im Frühjahr 2028 anstehenden nächsten Kirchenwahlen.
Frage der kirchlichen Glaubwürdigkeit
Wenn die AfD in ostdeutschen Bundesländern über 30 Prozent der Stimmen erhalte, „müssen wir davon ausgehen, dass auch hier Kirchenmitglieder zur AfD-Wählerschaft gehören“, sagte die Theologin. Diese Menschen sollten sich überlegen, ob es sinnvoll sei, als Christinnen und Christen eine Partei zu wählen, die „ein ganz anderes Menschenbild“ vertrete als ihre Kirche. In Nordrhein-Westfalen wird am 25. April kommenden Jahres ein neuer Landtag gewählt. Bei der letzten NRW-Landtagswahl 2022 war die in Teilen rechtsextreme AfD nur knapp über fünf Prozent gekommen.
Beim Umgang mit der extremen Rechten gehe es auch um die Glaubwürdigkeit von Kirche, betonte Ruck-Schröder. Die evangelische Kirche vertrete ein plurales Menschenbild und trete beispielsweise für das Recht von Geflüchteten und sexuelle Selbstbestimmung ein.
Die Theologische Vizepräsidentin der westfälischen Kirche, Susanne Falcke, nannte es ein Gebot der Stunde, schutzbedürftigen und gefährdeten Menschen mit einem „Lebensentwurf, der nicht dem Mainstream entspricht“, den Rücken zu stärken. Auch Ehrenamtliche, die sich etwa in Cafés für Geflüchtete engagieren, erlebten Druck und Anfeindung von rechts.




