Angriffe auf Bas: Merz und Hoppermann weisen Vorwürfe zurück

Angriffe auf Bas: Merz und Hoppermann weisen Vorwürfe zurück
Mit ihrem Vorwurf, dass öffentliche Angriffe auf sie in einer persönlich schweren Zeit forciert worden seien, hat Bärbel Bas eine Debatte über den menschlichen Umgang in der Regierungskoalition ausgelöst. Die CDU-Spitze weist die Vorwürfe zurück.

Berlin (epd). Die CDU-Spitze hat Vorwürfe der zurückgetretenen Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) wegen öffentlicher Angriffe gegen sie in einer persönlich schweren Zeit zurückgewiesen. „Ich kann für meine Person sagen, ich habe immer nur in Sachfragen mit ihr diskutiert, nie persönlich“, sagte Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz am Montag in Berlin. Zudem habe er in den vergangenen Wochen, die für Bas besonders schwer gewesen seien, auch von seiner Partei „jede persönliche, auch christliche Rücksichtnahme auf sie eingefordert“, sagte er. Er könne nicht feststellen, dass dagegen verstoßen worden sei.

Der CDU-Chef, der nach der Präsidiumssitzung seiner Partei vor die Presse trat, sagte, er habe vor knapp drei Wochen das letzte Mal mit Bas Kontakt gehabt. Ausdrücklich habe er sie ermuntert, sich die Zeit zu nehmen, die sie brauche, sagte Merz. Er könne ahnen, welch schwierige Zeit Bas durchmache.

Hoppermann kontert: Moralische Appelle sollten auch an SPD gehen

Die bisherige SPD-Co-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bas hatte am Montag ihren Rückzug von den Spitzenämtern aus persönlichen Gründen erklärt. In einer bei Instagram veröffentlichten Mitteilung schrieb Bas, nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, die Trauer zu verarbeiten. Sie kritisierte darin auch, dass öffentliche Angriffe auf sie, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“, in dieser für sie persönlich schwierigen Zeit „weiter forciert wurden“.

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann wies konkret die Wortwahl von Mecklenburg-Vorpommerns geschäftsführender Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zurück, die im Netzwerk X schrieb, „Attacken“ der CDU auf Bas seien „unmenschlich und rücksichtslos“ gewesen. Diese „moralischen Appelle“ könne die SPD auch an die SPD-Fraktion in Nordrhein-Westfalen richten, die im Landtag „gegen die krebskranke Ministerin Ina Scharrenbach einen Untersuchungsausschuss angestrengt“ habe. Der Ausschuss untersucht Vorwürfe des Machtmissbrauchs und Mobbings gegen die CDU-Landesministerin.