Klingbeil kritisiert Angriffe auf Bärbel Bas als "unanständig"

Klingbeil kritisiert Angriffe auf Bärbel Bas als "unanständig"
Der SPD-Vorsitzende Klingbeil spricht nach dem Rücktritt von Bärbel Bas über die zunehmende Verbreitung von Hass und Hetze in der Politik. Insbesondere Frauen in Führungspositionen seien davon verstärkt betroffen.

Berlin (epd). Lars Klingbeil (SPD) sieht in den Angriffen, die es in den vergangenen Tagen auf Bärbel Bas gegeben habe, eine Vergiftung des politischen Diskurses. „Eine Politikerin, die Zeiten des persönlichen Leids und der persönlichen Trauer politischen Angriffen ausgesetzt ist: Das ist unanständig“, sagte der SPD-Chef am Montag zum Rücktritt von Bas als Co-Parteivorsitzende und Bundesarbeitsministerin.

Klingbeil erklärte in Berlin, dass immer mehr Hass und Hetze in die politische Auseinandersetzung eingezogen sei und insbesondere Frauen in gehobenen Führungspostionen davon stark betroffen seien „Das ist nicht akzeptabel, und das darf in unserer Gesellschaft nicht akzeptabel sein“, sagte Klingbeil.

Klingbeil: Politik braucht feinfühlige, emphatische Menschen

Er wünsche sich neben einer Kultur des Streites auch eine Kultur des Respekts. Er habe Sorge, „dass Politik auch immer mehr die Menschen verliert, die feinfühlig sind und die empathisch sind und die ehrlich sind. Und ich glaube aber, dass wir gerade in diesen Zeiten solche Menschen brauchen, die in Zeiten des Umbruchs und in Zeiten der Veränderung auch mit den Menschen fühlen können und erklären können, was wichtig ist“.

Die bisherige SPD-Co-Vorsitzende und Arbeitsministerin Bas hatte am Montag ihren Rückzug von den Spitzenämtern aus persönlichen Gründen erklärt. In einer bei Instagram veröffentlichten Mitteilung schrieb Bas, nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, die Trauer zu verarbeiten. Sie kritisierte auch die öffentlichen Angriffe auf ihre Person, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners.“