Hamburg (epd). In einer Sedimentprobe aus der westlichen Antarktis haben Forschende des Hamburger Thünen-Instituts das älteste bisher bekannte Holzkohlestück entdeckt. Das Holz stammt aus Wäldern der späten Kreidezeit und ist rund 90 Millionen Jahre alt, wie das Institut am Montag mitteilte. Damit sei die Holzprobe 35 Millionen Jahre älter als der bisher bekannte Rekordfund. Der Nachweis sei „eine echte Sensation“, sagte Wissenschaftler Immo Heinz.
Die verkohlten Holzstrukturen seien am Institut präpariert und anatomisch analysiert worden. Die Probe liefere zudem den bislang ältesten Beleg für wiederkehrende Waldbrände. Der Holzkohle-Partikel gehöre zu einem Torfmoos-Moor, das 35 Millionen Jahre älter ist als das bisher älteste bekannte im Helmstedter Braunkohle-Revier.
90 Millionen Jahre alte Nadelhölzer
„Es war schwierig, aus den winzigen Partikeln eine brauchbare Aufnahme unter dem Mikroskop zu erstellen“, sagte Heinz. Sein Ergebnis wies eindeutig auf Nadelhölzer der Familie der Steineibengewächse (Podocarpaceae) hin, die in wasserreichen, torfigen Lebensräumen des Pazifiks wachsen.
Den Sedimentkern hatten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut von einer Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern mitgebracht. Dieser habe eine etwa fünf Zentimeter mächtige, verkohlte Braunkohleschicht und darunter rund drei Meter carbonhaltigen Ton enthalten. In der gesamten Probe seien Holzkohlepartikel nachgewiesen worden.




