Berlin (epd). Durch den Rückzug von Arbeitsministerin Bärbel Bas und den geplanten Ersatz durch Alexander Schweitzer (beide SPD) sinkt die Frauenquote im Bundeskabinett. Von 18 Kabinettsmitgliedern werden künftig nur noch 7 Frauen sein. Die SPD, die die Spitze von sieben Ministerien stellt, hat dann noch drei Frauen im Kabinett: Justizministerin Stefanie Hubig, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan und Bundesbauministerin Verena Hubertz.
Bei der Bildung der schwarz-roten Bundesregierung wurde anders als bei der Vorgängerregierung keine geschlechtergerechte Besetzung des Kabinetts vereinbart, aus der SPD jedoch immer wieder gefordert. Nach der Entscheidung, nun Schweitzer zum Arbeitsminister zu berufen, kommt aus der Partei Kritik. „Wir erwarten, dass die Nachbesetzung des Ministeriums mit einer Frau erfolgt“, sagten die Vorsitzenden der SPD Frauen, Carmen Wegge und Ulrike Häfner, der „Rheinischen Post“ (Montag, online).
Spitze der SPD Frauen kritisiert „Posten-Geschacher zwischen Männern“
Es gebe kompetente Frauen, die sowohl in die aktuellen Gesetzgebungsverfahren eingearbeitet seien, als auch Erfahrungen auf Bundesebene haben, erklärten Wegge und Häfner. „Posten-Geschacher zwischen Männern stellen wir uns entschieden entgegen“, sagten sie.
SPD-Chef Lars Klingbeil sagte am Montag auf einer Pressekonferenz zu Bas' Rücktritt in Berlin, die Geschlechterfrage sei für ihn „total wichtig“. Er verwies darauf, dass „eine schnelle Entscheidung“ nötig gewesen sei und er dem SPD-Präsidium deshalb Schweitzer als neuen Arbeitsminister vorgeschlagen habe. Das Spitzengremium sei ihm einstimmig gefolgt. Er halte Schweitzer „für den Richtigen jetzt auch für die Herausforderungen, die da sind“, sagte Klingbeil.
Die bisherige SPD-Co-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin Bas hatte am Montag ihren Rückzug von den Spitzenämtern aus persönlichen Gründen erklärt. In einer bei Instagram veröffentlichten Mitteilung schrieb Bas, nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, die Trauer zu verarbeiten.




