Frankfurt a.M. (epd). Fast jedes dritte Mädchen weltweit hat laut der Kinderrechtsorganisation Plan International keine ausreichende Gesundheitsversorgung. Dies geht aus dem Weltmädchenindex hervor, den Plan International mit dem Institut für Friedenssicherungsrecht und humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum erstmals am Donnerstag veröffentlichte. Rund 290 Millionen Mädchen leben demnach in Staaten, in denen es um die Gesundheit von Mädchen schlecht oder sehr schlecht bestellt ist. Für den Bericht wurden Daten von 192 Ländern aus den Jahren 2000 bis 2023 analysiert.
Besonders in den Bereichen Müttersterblichkeit und sexuell übertragbare Infektionen gibt es der Studie zufolge dringenden Handlungsbedarf. Jede Stunde sterben demnach durchschnittlich fast fünf Mädchen infolge einer Schwangerschaft oder Entbindung. Gründe dafür seien fehlende oder weit entfernte Gesundheitsdienstleistungen, finanzielle Hürden, mangelnde Aufklärung, zu wenige Fachkräfte oder fehlende Entscheidungsfreiheit.
Der Bericht stellt außerdem fest, dass die globale gesundheitliche Ungleichheit seit der Coronapandemie wieder gestiegen ist. So war der Abstand zwischen den Ländern mit der besten Mädchengesundheit und denen mit den schlechtesten Werten in den Jahren 2020 und 2021 am geringsten. Bereits 2022 nahm er wieder deutlich zu.
#Sterberate halbiert
Insgesamt hat sich die Mädchengesundheit dem Index zufolge von 200 bis 2023 in 178 von 192 Ländern verbessert. Die Sterblichkeit von Mädchen habe sich in dem Zeitraum weltweit mehr als halbiert. So sei im Jahr 2000 im Durchschnitt fast jedes 800. Mädchen gestorben, im Jahr 2023 sei es durchschnittlich jedes 1.700. Mädchen gewesen.
Besonders stark habe sich die Mädchengesundheit auf dem afrikanischen Kontinent und in Südasien verbessert. "Die Ergebnisse des Weltmädchenindex zeigen, dass Investitionen wirken, dass politischer Wille etwas bewegt und dass Fortschritt möglich ist, sagte Petra Berner, Vorstandsvorsitzende von Plan International Deutschland. Dennoch lebten weniger als zehn Prozent der Mädchen in den 51 Ländern mit sehr hoher Mädchengesundheit. Rund 30 Prozent wachsen laut Bericht in den 66 Ländern mit niedrigen oder sehr niedrigen Gesundheitswerten auf.




