Gedenken zum Jahrestag des antisemitischen Anschlags von Halle

Gedenken zum Jahrestag des antisemitischen Anschlags von Halle
Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten.

Halle (epd). Mit Kundgebungen, stillem Gedenken und einem Gedenkrundgang wird am Freitag in Halle (Saale) an die Opfer des antisemitischen Anschlags vom 9. Oktober 2019 erinnert. So werden zur Zeit des Anschlags um 12.03 Uhr die Straßenbahnen anhalten und die Menschen um einen Moment des Innehaltens gebeten, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Dazu werden Kirchenglocken im Stadtgebiet läuten, während an der Synagoge die Jüdische Gemeinde zum stillen Gedenken einlädt. Am Freitagnachmittag organisiert das Bündnis „Halle gegen Rechts“ einen Gedenkrundgang, der zu den damaligen Anschlagsorten führen soll.

Der Rechtsterrorist Stephan B. hatte 2019 am jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, zur Mittagszeit die Synagoge in der Humboldtstraße zu stürmen. Er scheiterte an der Tür und erschoss vor dem Gotteshaus die 40-jährige Jana S.

Gedenkkundgebung am früheren Dönerimbiss

Am ehemaligen Dönerimbiss „Tekiez“, wo der Täter den 20-jährigen Kevin S. erschoss, war bereits für Donnerstag ab 17 Uhr eine Kundgebung zur Erinnerung an den Anschlag geplant. Heute ist der „Tekiez“ ein Raum des Erinnerns und der Solidarität. Bei der Kundgebung sollten auch Überlebende des Anschlags von Halle und Wiedersdorf sprechen. Dort verletzte der Täter auf der Flucht zwei weitere Menschen schwer. Der Attentäter verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalkreis hat die Stadt Halle am Freitag zu einer Gedenkveranstaltung um 17 Uhr auf dem Marktplatz aufgerufen. Neben einer Andacht von Superintendentin Ute Niethammer ist eine Rede von Bürgermeister Egbert Geier (SPD) geplant.