Berlin, Lima (epd). In Peru soll das Militär gemeinsam mit der Polizei gegen kriminelle Banden vorgehen. Die seit Ende Juli amtierende Präsidentin Keiko Fujimori kündigte am Mittwoch (Ortszeit) die Einrichtung eines gemeinsamen Einsatzkommandos aus Spezialeinheiten von Polizei, Heer, Luftwaffe und Marine an. Laut der Zeitung „La República“ sollen insgesamt 1.350 Polizisten und Soldaten dem Kommando angehören, mit dem Ziel schneller und effektiver gegen die organisierte Kriminalität vorgehen zu können.
Fujimori machte bei ihrer Ankündigung im Land lebende Migranten für die Kriminalität verantwortlich. Das neue Kommando werde diese festnehmen und des Landes verweisen, sagte sie.
Mordrate deutlich gestiegen
Wie in den nördlichen Nachbarländern Ecuador und Kolumbien nimmt die organisierte Kriminalität in Peru seit Jahren zu. Insbesondere Busunternehmen in Peru klagen über Schutzgelderpressungen und Auftragsmorde. Die Tötungsrate pro 100.000 Einwohner stieg zwischen 2019 und 2025 von 7,1 auf 10,7. Bereits mehrfach wurde in den vergangenen Jahren wegen der Kriminalität der Ausnahmezustand ausgerufen und das Militär eingesetzt. Die Lage verbesserte sich jedoch kaum, dafür wurden den Sicherheitskräften Übergriffe auf Unbeteiligte und Gewalt vorgeworfen.
Präsidentin Fujimori ist die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori. Bereits während ihrer Wahlkampagne kündigte sie den Einsatz des Militärs im Kampf gegen Kriminalität an. Gleichzeitig steht ihre Partei Fuerza Popular hinter Gesetzesprojekten aus dem Jahr 2025, die die Ermittlungskompetenzen von Staatsanwaltschaft und Polizei stark einschränken. Gegen Fujimori und Fuerza Popular lief bis 2025 ein Verfahren wegen Geldwäsche und Bestechung.




