Berlin, Quito (epd). In Ecuador sind 32 von den USA angegriffene Fischer vom Vorwurf der Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung freigesprochen worden. Sie gehörten zur Besatzung von zwei Booten, die im September von US-Militäreinheiten versenkt worden waren, nachdem die Crew festgenommen worden war, wie die Tageszeitung „El Diario“ am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Die US-Behörden hatten behauptet, die Boote hätten im Pazifik Drogenkuriere mit Treibstoff und Lebensmitteln versorgt.
Die zuständige ecuadorianische Richterin sah die Vorwürfe mangels Beweisen als nicht erwiesen an. Der Anwalt der Fischer, Juan Alvia, kündigte im Gespräch mit „El Diario“ eine Klage wegen der Zerstörung von Eigentum an.
Fehlende rechtliche Grundlage kritisiert
Seit Jahresbeginn patrouillieren US-Einheiten in ecuadorianischen Gewässern, um mutmaßliche Drogenkuriere aufzugreifen. Dabei griffen sie mehrfach Fischerboote an und versenkten sie. Das Südkommando der US-Streitkräfte erklärte, die Boote gehörten zu einer in den USA als terroristisch eingestuften Drogenbande. Allein im September wurden laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) acht Boote versenkt und 140 Menschen festgenommen worden sein.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren eine fehlende rechtliche Grundlage der US-Einsätze. Die Blockade von Schmugglerrouten könne ein wichtiger Schritt im Kampf gegen kriminelle Gruppen sein, sagte die HRW-Direktorin für Amerika, Juanita Goebertus. „Aber sie kann nicht die Grundlage für Festnahmen ohne ausreichend Beweise sein.“
Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verstärkt Washington sein militärisches Engagement in Lateinamerika. Dazu zählt das Sicherheitsbündnis „Shield of the Americas“, das rechte Regierungen der Region vereint. In Venezuela, Kolumbien und Ecuador führt das US-Militär auch eigenständig Einsätze aus.




