Berlin (epd). In zwei Einsätzen in der Nacht zum Mittwoch hat die „Ocean Viking“ 101 Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Zunächst seien 60 Männer, Frauen und Kinder von einem nicht seetüchtigen Schlauchboot geholt worden, teilte die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée in Berlin mit. Fünf der Frauen seien schwanger, vier von zwölf Kindern unbegleitet gewesen. Die Menschen hätten zwei Tage ohne Wasser und Verpflegung auf See verbracht, viele hätten Treibstoffverbrennungen erlitten.
Wenige Stunden später rettete die Crew der „Ocean Viking“ den Angaben zufolge 41 weitere Menschen aus einem Schlauchboot, dem schon teilweise Luft gefehlt habe. Unter ihnen seien 16 unbegleitete MInderjährige im Alter von 14 bis 17 Jahren. Die Geretteten hätten von zwei Nächten ohne Essen und Wasser berichtet.
Schon fast 2.000 Tote und Vermisste in diesem Jahr
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen.
Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es nicht. Lediglich die Schiffe privater Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen. Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits 1.980 Tote oder Vermisste bei Versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, gemeldet.




