Leipzig, Frankfurt am Main (epd). Die Deutsche Nationalbibliothek hat 182 Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023 in ihre Sammlung aufgenommen. Die Interviews bewahrten persönliche Erfahrungen und Perspektiven, teilte die Bibliothek zum dritten Jahrestages des Überfalls am Mittwoch in Leipzig mit. Sie seien wichtige Quellen für die Auseinandersetzung mit Formen des Antisemitismus in der Gegenwart.
Die Berichte sind Teil der „Contemporary Antisemitism Collection“ der US-amerikanischen USC Shoah Foundation. Dort werden Erfahrungen von Menschen dokumentiert, die seit 1945 von Antisemitismus betroffen waren. In der Nationalbibliothek mit Standorten in Frankfurt am Main und Leipzig können insgesamt mehr als 50.000 Interviews aus dem Archiv der Stiftung eingesehen werden. Mit der erweiterten Sammlung führe das Deutsche Exilarchiv der Bibliothek sein Angebot „Zeitzeugnisse digital“ fort, hieß es.
Persönliche Zugänge zu Geschichte
Zeitzeugnisse eröffnen persönliche Zugänge zur Geschichte, hieß es. Sie zeigten individuelle Lebenswege und Erfahrungen auf, sensibilisierten für Themen wie Verfolgung, Ausgrenzung und Gewalt. Mit der USC Shoah Foundation kooperiert das Deutsche Exilarchiv auch bei dem Zeitzeugen-Projekt „Frag nach!“.
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt, dokumentiert und archiviert alle Werke in Schrift und Ton, die seit 1913 in Deutschland und weltweit über Deutschland oder in deutscher Sprache veröffentlicht werden.




