WHO: Mangel an medizinischer Hilfe bedroht Menschen im Sudan

WHO: Mangel an medizinischer Hilfe bedroht Menschen im Sudan
Medikamente gegen HIV, Tuberkulose und Tropenkrankheiten sind in dem Kriegsland äußerst knapp. Zudem schwächt der Hunger die Menschen.

Genf (epd). Im Kriegsland Sudan leiden die Menschen laut der Weltgesundheitsorganisation unter einem extremen Mangel an medizinischer Hilfe. Die Einrichtungen seien schlecht ausgestattet und die wenigen Fachkräfte hätten Angst um ihre Sicherheit, sagte der WHO-Repräsentant im Sudan, Abdinasir Abubakar, in einer Videokonferenz am Dienstag in Genf.

Medikamente gegen HIV/Aids, Tuberkulose, Tropenkrankheiten und andere lebensrettende Gesundheitsgüter seien äußerst knapp. Ebenso sei der Zugang zu psychologischen und psychosozialen Dienstleistungen massiv eingeschränkt.

Sorge wegen El-Niño-Folgen

Unterernährung gibt laut dem WHO-Repräsentanten zunehmend Anlass zur Sorge. Der Hunger werde sich voraussichtlich aufgrund geringer Niederschläge, Ernteausfälle und des starken El-Niño-Wetter-Ereignisses weiter verschärfen. Die geschwächte Bevölkerung sei somit weiteren Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges bleiben der Sudan und die umliegende Region laut UN Schauplatz einer der größten humanitären Krisen weltweit. Rund 11,3 Millionen Menschen seien innerhalb oder außerhalb der Grenzen geflüchtet. Mehr als 33 Millionen Menschen in dem nordostafrikanischen Land brauchen humanitäre Hilfe.

Im Sudan bekämpfen sich seit April 2023 die Armee und die Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF).