Salzgitter (epd). Viele Menschen in Deutschland haben laut einer repräsentativen Studie nur geringe Kenntnisse über Radioaktivität und Strahlenschutz. Die Wissenslücken betreffen das natürlich vorkommende radioaktive Gas Radon ebenso wie das richtige Verhalten bei radiologischen Notfällen, wie das in Salzgitter ansässige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Dienstag mitteilte. Es hatte die Daten im Auftrag des Bundesumweltministeriums erhoben und dafür von Januar bis März 2.032 Menschen ab 16 Jahren befragt.
Knapp zwei Drittel der Befragten haben nach Angaben der Bundesbehörde keine oder eher keine Vorstellung davon, was sie bei einer Freisetzung von Radioaktivität tun sollten. Rund 80 Prozent wünschten sich mehr Informationen über Schutzmöglichkeiten bei einem Unfall oder einem militärischen Konflikt in Europa.
Radon: Unbekannt und gefährlich
„In Zeiten von Krieg und Krisen beobachten wir bei vielen Menschen den Bedarf an konkreten Verhaltenshinweisen, wie sie sich selbst in einer radiologischen Notlage schützen können“, sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini. Das gelte auch für den Fall einer Atomwaffenexplosion. Sachliche Information helfe emotional und biete die Chance, Falschnachrichten frühzeitig zu erkennen. Keller, Tiefgaragen und U-Bahnhöfe böten guten Schutz, da Beton Strahlung abschirme, betonte Paulini.
Große Unkenntnis herrscht der Untersuchung zufolge auch beim Edelgas Radon, das im Boden vorkommt und Lungenkrebs auslösen kann. Nur 41 Prozent der Befragten gaben an, von dem Gas gehört zu haben. Unter diesen wusste weniger als die Hälfte, dass sich die Radonkonzentration in Gebäuden messen lässt. Zugleich bereiteten Atomwaffen und Kernkraftwerksunfälle den meisten Menschen große Sorgen, hieß es.




