Bevölkerungsrückgang trifft Regionen unterschiedlich

Bevölkerungsrückgang trifft Regionen unterschiedlich
Die Zahl der Menschen in Deutschland nimmt ab. Das wird sich in den kommenden zwei Jahrzehnten aber ganz unterschiedlich auswirken, prognostizieren Forscher.

Berlin (epd). Trotz eines erwarteten Bevölkerungsrückgangs in Deutschland werden einzelne Regionen in den kommenden 20 Jahren weiter wachsen. Besonders im Osten entwickelten sich die Regionen immer unterschiedlicher, heißt es in der am Dienstag in Berlin vorgestellten Studie „Demografische Lage der Nation“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot Stiftung.

Demnach dürfte die Bevölkerung in Deutschland bis 2045 von derzeit 83,3 Millionen auf rund 81,8 Millionen Menschen sinken. Verlierer sind gut zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte. 184 Regionen, die den Angaben zufolge zwischen 2014 und 2024 noch gewachsen sind, dürften künftig schrumpfen.

Ostdeutschland driftet auseinander

Für die Untersuchung erstellten die Sozialforscher ein Bewertungssystem mit 26 Indikatoren aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen. Demzufolge liegen 12 der 20 Kreise und kreisfreien Städte mit den schwächsten Gesamtbewertungen aktuell in Ostdeutschland, 2019 waren es fünf. Die positive Entwicklung vieler ostdeutscher Regionen, die sich zwischen 2004 und 2019 im Index gezeigt habe, setze sich damit nicht fort.

Dabei geht die Prognose von sehr unterschiedlichen Entwicklungen aus. So wachse der brandenburgische Landkreis Dahme-Spreewald vor den Toren Berlins bis 2045 voraussichtlich um rund 17 Prozent. Auch Leipzig, Potsdam und Dresden dürften weiter wachsen. Zugleich liegen laut Studie 42 der 50 Regionen mit den stärksten erwarteten Bevölkerungsverlusten im Osten. Das thüringische Suhl etwa dürfte bis 2045 rund 30 Prozent seiner Bevölkerung verlieren.